Deutschland und Britannien


Ganz anders verlief die Entwicklung der Kryptographie und Kryptanalyse in Deutschland. Die Franzosen benutzten noch Telegrafenleitungen, mussten also nicht auf den Funk zurückgreifen. Deshalb konnten die Deutschen auch nichts abhören. Ihren eigenen kryptanalytischen Dienst bauten sie 1916, zwei Jahre nach Kriegsbeginn auf.

Auch die Amerikaner und Briten leisteten wichtige Beiträge. Wie überlegen die alliierten Codebrecher waren, beweist u.a. die Entzifferung eines deutschen Telegramms (Zimmermann-Telegramm), das am 17. Januar 1917 abgefangen wurde. Das entzifferte Telegramm zwang die Vereinigten Staaten, ihre Neutralpolitik zu überdenken, und veränderte damit das Kräfteverhältnis insgesamt.

Arthur Zimmermann

Im November 1916 sah der amerikanische Präsident Woodrow Wilson Chancen für eine Verhandlungslösung, als Deutschland einen neuen Außenminister, Arthur Zimmermann, ernannte. Die Amerikaner wussten allerdings nicht, dass er keine Absicht hatte, auf einen Frieden hinzuarbeiten. Vielmehr schmiedete Zimmermann ein Komplott, um die militärische Aggression Deutschlands auszudehnen.

Im Jahr 1915 hatte ein deutsches U-Boot den Ozeankreuzer Lusitania versenkt. 1198 Passagiere ertranken, darunter auch 128 Amerikaner. Der Verlust hätte Amerika in den Krieg gezogen, wenn Deutschland nicht versichert hätte, dass es künftig vor einem Angriff auftauchen würde, um Attacken auf zivile Schiffe zu vermeiden.


Arthur Zimmermann

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