Der Goldkäfer


Auch Edgar Ellen Poe fand Interesse an der Kryptanalyse. In der Zeit, in der er für eine Zeitung mit dem Titel "Alexander Weckly Messager" in Philadelphia schrieb, forderte er seine Leser mit der Behauptung heraus, er könne jede monoalphabetische Geheimschrift entschlüsseln. Zahlreiche Zeitungsleser schickten ihm ihre Kryptogramme und Poe gelang es, sie allesamt zu entziffern.
Poe, der nun das an ihm geweckte Interesse nutzen wollte, schrieb eine Kurzgeschichte, die sich um eine Geheimschrift dreht.

In "The Goldbug" (Der Goldkäfer), beschreibt E.A. Poe 1843 als Ich-Erzähler seine Bekanntschaft mit dem fast als Einsiedler lebenden William Legrand, der allein mit seinem schwarzen Diener namens Jupiter auf einer einsamen Insel an der Küste Neu-Englands wohnt. Eines Abends berichtet Legrand dem Erzähler, der bei ihm vor dem Lagerfeuer zu Gast ist, von einem sonderlichen Fund, den er tagsüber gemacht hat: einen goldenen Käfer.

Zur näheren Beschreibung malt Legrand diesen Käfer. Der Erzähler glaubt in der Zeichnung jedoch mehr einen Totenkopf als einen Käfer zu erkennen und in einem Streit über die Malkünste Legrands endet der Abend.

Einige Wochen später wird der Erzähler von Legrands aufgebrachtem Diener gebeten, ihm auf die Insel zu folgen. Legrand sei wie besessen und wolle ihn unbedingt sehen. Auf der Insel angekommen überredet Legrand seinen Gast, an einer nächtlichen Wanderung teilzunehmen. Ohne Erklärung rüstet Legrand alle mit Schaufeln und Laternen aus und nimmt den Goldkäfer, an einer Schnur hängend, mit sich. Wie eine Wünschelrute lässt er diese vor sich her baumeln und weist seinen zwei Begleitern schließlich den Weg zu einem auffallenden Baum. Hier angekommen, bittet er seinen Diener, auf den Baum zu klettern. Der Diener, der seinen Herren immer noch für verrückt hält, ist umso überraschter, auf dem Baum einen Totenkopf zu finden. Nun bittet Legrand seinen Diener, den Goldkäfer durch das linke Auge des Totenkopfes herabzulassen. Von diesem Punkt aus nimmt Legrand Maß und bittet seine Begleiter, ihm beim Graben zu helfen. Nach Stunden ungeduldiger Suche stoßen sie schließlich auf Gebeine - und eine schwere Truhe, gefüllt mit Gold und Edelsteinen.


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