Die Entschlüsselung des Beale-Schatzes


Zum Verschlüsseln der Nachricht wurde die Methode der Buch-Verschlüsselung verwendet. Jede Zahl steht für einen Buchstaben und verschiedene Zahlen können für denselben Buchstaben stehen. Man nimmt ein Buch oder einen Text und nummeriert die Wörter durch. Jede Nummer steht dann für den Anfangsbuchstaben des Wortes. Und dann kann man mit der Verschlüsselung beginnen.

Mit Hilfe des Buches ist es leicht, den Text zu übersetzen. Der Freund von Morris besaß aber diesen Schlüssel nicht und probierte es mit vielen Büchern. Erst bei der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung ergab der Text einen Sinn. Nach dieser Entschlüsselung wusste man, was der Schatz alles enthielt:

Gesamtwert: 20 Mio $

Blatt 1 und 3, die Lage des Schatzes und die beteiligten Personen, wurden bisher trotz großer Anstrengungen nicht entschlüsselt. Das kleine Buch war sehr beliebt unter zahlreichen Schatzsuchern, die ebenfalls jahrelang an der Lösung tüftelten.
Auch professionelle Kryptanalytiker versuchten sich an der Entschlüsselung. Dazu zählen Herbert O. Yardley, der gegen Ende des Ersten Weltkrieges das Cipher Bureau gründete und Colonel William Friedman. Man behauptet, dass sich mindestens 1/10 der besten Kryptanalytiker in den US die Köpfe zerbrachen.

In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde sogar ein Beale-Verein gegründet, um das Interesse am Schatz aufrecht zu erhalten. Trotz der Bemühungen sind die 1. und 3. Beale-Chiffre seit über einem Jahrhundert ein Rätsel.

Es wurden auch andere Verschlüsselungsverfahren ausprobiert, die ebenfalls nicht zum Ziel führten. Es wird auch vermutet, dass Beale als Grundlage für die Chiffren eine private Abhandlung über die Büffeljagd verwendete und es davon nur ein Exemplar gab. Das ist natürlich sicherer als einen öffentlich zugänglichen Text zu verwenden.

Eine andere Meinung darüber ist, dass der Verfasser der Schrift die Zahlenchiffren im Buch mit Absicht fälschte, um dem Freund von Thomas J. Beale, den Besitzer des Schlüssels, den richtigen Schlüssel zu entlocken. Hätte er in diesem Fall die Originale veröffentlicht, hätte der Freund das Ganze entschlüsseln und den Schatz ausgraben können. Also hoffte der Verfasser darauf, dass sich der Freund bei ihm melden würde, um den Schatz untereinander zu teilen.

Vielleicht wurde der Schatz aber auch schon längst ausgegraben und der Finder hat sich auf und davon gemacht.


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