Der Dechiffrierdienst hieß nun offiziell "Government Communications Headquarters" (GCHQ) und wurde mit in London eingegliedert. 1954 wurde es dann nach Cheltenham verlegt. Einige Kryptanalytiker gingen auch zum GCHQ, aber die meisten kehrten in ihr ziviles Leben zurück, wurden aber vorher zu strengster Geheimhaltung eingeschworen.
Die Soldaten der konventionellen Schlachten kehrten nach Kriegsende als gefeierte Helden nach Hause zurück, während die Kryptanalytiker nichts über ihre Arbeit während des Krieges erzählen durften. Einige wurden sogar als Schande für ihr Vaterland bezeichnet, da sie nicht an der Front kämpften. Mit dieser Bürde mussten alle Arbeiter von Bletchley Park 30 Jahre leben. Denn das Geheimnis wurde erst durch Captain Frederick William Winterbotham aufgedeckt. Er war während des Krieges und auch noch danach für die Verteilung des Ultra-Materials verantwortlich. Er stellte Anfragen an die Regierung, warum man nach so langer Zeit nicht endlich zugab, dass man die Enigma geknackt hatte. Die Regierung hätte keinen Nutzen mehr von der Geheimhaltung, da die Enigma schon lange nicht mehr benutzt wurde. Daraufhin gaben die Geheimdienste widerstrebend nach und man erlaubte ihm ein Buch zu schreiben. 1974 erschien dann das Buch "The Ultra Secret". Dieses Buch war auch gleichzeitig das Ende des Schweigens für die Kryptanalytiker, die nun auch öffentlich über ihre Arbeit erzählen durften. Nun konnten sie die Anerkennung ernten, die ihnen gebührte.
Auch Marian Rejewski erfuhr dadurch, wie seine Arbeit genutzt wurde und welche Früchte sie getragen hatte. Denn Rejewski war von Polen über Frankreich nach England geflohen. Dort wurde er nur für zweitrangige Entschlüsselungen eingesetzt, was heutzutage immer noch ein Rätsel ist, da ein so genialer Kryptanalytiker sicherlich bei der Entschlüsselung der Enigma noch große Leistungen erreicht hätte.
Für einige kam die Enthüllung von Bletchley Park jedoch schon zu spät, denn der erste Direktor von Bletchley, Alastair Denniston und auch Alan Turing waren schon gestorben und konnten nicht die Anerkennung genießen, die ihnen gebührt hätte. Alan Turing wurde nach dem Ende des Krieges wegen seine Homosexualität verfolgt und als er 1952 einen Einbruch anzeigte und dabei offen seine homosexuelle Beziehung enthüllte, wurde inhaftiert und wegen grober Sittenlosigkeit nach einem Gesetz von 1885 angezeigt. Turing wurde während des Prozesses und der Verurteilung öffentlich gedemütigt und die Regierung entzog ihm den Status des Geheimnisträgers und verbot ihm die Arbeit an Forschungsprojekten zur Entwicklung des Computers. Er wurde gezwungen eine Hormonbehandlung zu machen, worauf er schwere Depressionen bekam. Am 7. Juni 1954 beging er dann Selbstmord, indem er sich mit Zyanid vergiftete. Damit starb wohl eines der wahren Genies der Kryptanalyse im Alter von 41 Jahren.