Alan Turing und die Turing-Maschine


Alan Mathison Turing wurde am 23. Juni 1912 in London geboren. Seine Eltern Ethel und Julius kamen zur Geburt extra aus Indien, damit ihr Sohn in England geboren wird, da sein Vater in einer indischen Zivilverwaltung arbeitete. Julius Turing, der Vater von Alan, kehrte kurz darauf wieder nach Indien zurück und Ethel, seine Mutter, folgte auch einige Monate später. Alan wurde in die Obhut von Freunden und Kindermädchen gegeben, bis er alt genug für ein Internat war. Mit 14 Jahren ging er dann auf die Sherborne School. Dort wurde er als schüchterner und ungeschickter Junge mit Talent auf naturwissenschaftlichem Gebiet beurteilt. Die Sherborne School sollte aus Jungen stattliche Männer machen, die das Empire beherrschen konnten. Diese Ambitionen teilte Alan jedoch nicht, wodurch er eine recht unglückliche Schulzeit hatte.

Sein einziger Freund war Christopher Morcorm, der auch naturwissenschaftlich interessiert war. Mit ihm diskutierte Alan die neuesten Forschungsergebnisse und beide führten gemeinsam Experimente durch. Alan entwickelte auf die Dauer homosexuelle Gefühle für seinen Freund, konnte sie ihm aber nie offenbaren, da Christopher am 13. Februar 1930 an Tuberkulose starb. Alan Turing hielt es nun für seine Pflicht die Entdeckungen zu machen, die Christopher gelungen wären und er arbeitete nun noch härter.

Im Jahr 1931 bekam er einen Studienplatz am King's College in Cambridge, wo er sich mit den Grundlagen der Mathematik und Logik auseinandersetzte. Dabei stand die Frage der Unentscheidbarkeit im Mittelpunkt. Man bewies während dieser Zeit, dass die Mathematik nicht die allmächtige Wissenschaft war, für die sie gehalten wurde. Im Zusammenhang mit diesen Ausseinandersetzungen schrieb Turing 1937 seinen einflussreichsten mathematischen Aufsatz "On Computable Numbers". Dabei versucht er die unentscheidbaren Fragen ausfindig zu machen, indem er eine imaginäre Maschine beschreibt, die Turing-Maschine. Diese Maschine konnte eine bestimmte Operation ausführen (z.B. die Multiplikation), indem man in diese Maschine über einen Papierstreifen Zahlen einlesen konnte und ein Ergebnis über einen Papierstreifen wieder ausgeben konnte.

Darauf aufbauend ging Alan Turing noch einen Schritt weiter und konzipierte eine Maschine, die ihre interne Arbeitsweise ändern konnte, die universelle Turing-Maschine. Diese Maschine war in der Lage jede Frage zu beantworten, die logisch zu beantworten war. Aber sie war nicht in der Lage, jede unentscheidbare Frage zu finden. Durch seine Gedankengänge lieferte Turing die Blaupause des modernen programmierbaren Computers. Dies konnte in der damaligen Zeit aber technisch nicht umgesetzt werden. Turing ging es um die Anerkennung der Mathematiker, die ihn und seine Arbeit als einen entscheidenden Durchbruch des Jahrhunderts lobten. Turing war zu dieser Zeit erst 26 Jahre alt. In den darauffolgenden Jahren ging es für ihn beruflich steil bergauf und er genoß seine Zeit in Cambridge.


| Index | Anfänge | Alan Turing | Bletchley Park | Turing-Bombe | Ergebnisse | Aufklärung | Zusammenfassung |
| Hauptseite | Autor: Alexander Jahn - Informatik 2000 |