Leon Battista Alberti


Der Mathematiker Leon Battista Alberti lebte von 1404 bis 1472 in Italien. In den Gärten des Vatikans besprach er mit dem Geheimsekretär des Papstes Fragen der Kryptographie und Alberti war von dem Thema so fasziniert, dass er beschloss, eine neue Form der Verschlüsselung zu entwickeln. Albertis Vorschlag war es, zwei oder mehr Geheimalphabete zu verwenden und zwischen diesen hin und her zu springen.

Mit folgender Verschlüsselungstabelle:
Klaralphabet a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Geheimalphabet1 F Z B V K I X A Y M E P L S D H J O R G N Q C U T W
Geheimalphabet2 G O X B F W T H Q I L A P Z J D E S V Y C R K U H N

könnte man die Mitteilung "Rueckzug" in folgender Weise kodieren:

Der gesamte Geheimtext lautet dann OCKXENNT. Der Vorteil bei diesem Verfahren besteht darin, dass der gleiche Buchstabe im Klartext nicht unbedingt auch im Geheimtext gleich sein muss.

Alberti erfand ein einfaches Chiffriergerät, in dem auf zwei gegeneinander verdrehbaren Scheiben das Klar- und Geheimtextalphabet standen. Damit konnte jede gewünschte Verschiebechiffre eingestellt werden, was das Chiffrieren und Dechiffrieren vereinfacht. Später erweiterte er die nach ihm benannte Alberti-Scheibe derart, dass eine Nachricht mit verschiedenen Ersetzungsalphabeten chiffriert werden konnte. Er entwickelte damit ein erstes polyalphabetisches Verfahren.

Alberti war der größte Fortschritt seit über einem Jahrhundert gelungen, er veröffentlichte seine Ergebnisse in dem Werk De cifris. Heute wird er wegen seiner Verdienste als „Vater der modernen Kryptologie“ bezeichnet.


| Anfang || Vigenère-Chiffre | Alberti | Vigenère || Homophone Chiffre | „Große Chiffre“ | Schwarze Kammern | Telegrafie | Zusammenfassung |
| Hauptseite | Autor: Maja Zöllner |