Die schwarzen Kammern


Die Korrespondenz zwischen den Ländern in Europa wurde im 18. Jahrhundert immer umfangreicher und vertrauliche Nachrichten wurden mit den verschiedensten Verfahren verschlüsselt. Im gleichen Maße entwickelte sich die Kryptanalyse. Alle europäischen Mächte hatten ihre sogenannten Schwarzen Kammern, in denen Botschaften entschlüsselt und geheime diplomatische und militärische Nachrichten zusammengetragen wurden. Die bekannteste und effektivste war die Geheime Kabinettskanzlei in Wien.

Dort gab es sogar einen strengen Terminplan, der die perfekte Abwicklung gewährleistete. Um 7.00 Uhr wurden die Briefe für die Botschaften abgefangen, bis um 12.00 Uhr alle per Hand kopiert und wieder zur Post zurückgebracht. Ebenso wurde alle ausgehende Post kopiert - täglich hunderte Briefe. Die Abschriften wurden dann an die Kryptanalytiker weitergegeben, die die Briefe entschlüsselten. Doch nicht nur der Wiener Hof profitiert von diesen Kammern, auch an den französischen Hof wurden so zum Beispiel Informationen für viel Geld verkauft.

Da man jetzt derart professionell fast alles entschlüsseln konnte, griffen die Kryptographen endlich auf stärkere Verfahren, wir zum Beispiel die Vigenere- Verschlüsselung zurück. Eine andere Idee war es, einfach das Abfangen der Botschaften zu verhindern - mit Hilfe von Telegrammen.


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| Hauptseite | Autor: Maja Zöllner |