Telegrafische Nachrichtenübermittlung


Die Telegrafie ist eine Entwicklung des 19. Jahrhunderts, ihre Idee stammt jedoch schon aus dem Jahr 1753. Damals veröffentlichte eine schottische Zeitung eine Methode, wie man Nachrichten über große Entfernungen schicken könnte. Dabei sollten der Sender und der Empfänger mit 26 Kabeln miteinander verbunden sein, einen für jeden Buchstaben. Durch Stromstöße an den entsprechenden Kabeln, könnte eine Nachricht übermittelt werden. Doch dieser Vorschlag wurde nicht in die Tat umgesetzt. Statt dessen realisierten die Herren Charles Wheatstone und William Fothergill Cooke Detektoren aus magnetischen Nadeln, die bei einem eingehenden Stromimpuls abgelenkt wurden. Dieses Verfahren setzte man ab 1839 zur Nachrichtenübermittlung über eine Entfernung von 30 Kilometern ein. Große Popularität erlangte das Wheatstone-Cooke-Verfahren anläßlich der Geburt von Königin Viktorias zweitem Sohn, als bereits eine Stunde nach der Geburt die frohe Botschaft in London verbreitet wurde. Auch gelang es mit Hilfe des Telegrafen, Diebe und Mörder zu verhaften.

Auch in Amerika waren die Erfinder fleißig am Experimentieren. So baute zur gleichen Zeit Samuel Morse eine erste Telegrafenleitung über 60 Kilometer. Morse verwendete dabei einen Elektromagneten, der das Signal verstärkte, so dass beim Empfänger eine Reihe kurzer und langer Markierungen - Punkte und Striche - auf dem Papier erschienen, der Morsecode. Zum vollständigen System gehört auch ein Klopfer, so dass der Empfänger die Buchstaben als Reihe akustischer Punkte und Striche hören kann.

Symbol Code Symbol Code Symbol Code Symbol Code
A M Y Punkt
B N Z Komma
C O 1 Fragezeichen
D P 2 Doppelpunkt
E Q 3 Semikolon
F R 4 Trennung
G S 5 Bruchstrich
H T 6

I U 7

J V 8

K W 9

L X 10

Das Verfahren von Morse setzte sich immer mehr gegenüber dem von Wheatstone-Cook durch, so dass 1851 die europäische Form des Morsecodes auf dem ganzen Kontinent übernommen wurde. Jahr für Jahr erlangten Morsecode und Telegraf mehr Bedeutung in der Welt.

Ein großes Problem war jedoch, wie man die Nachrichten schützen konnte. Schließlich musste der Telegrafist erst die Nachricht lesen, eher er sie weiter telegrafierte. Außerdem bestand das Risiko, dass Leitungen abgehört wurden, um an geheime Nachrichten heranzukommen. Die Lösung des Problems war die Nachrichten zu verschlüsseln, bevor man sie an den Telegrafisten zur Übermittlung gab. Dazu verwendete man meist das Vigenere- Verfahren, weil es nach wie vor das beste Verfahren war, um die Geheimhaltung im Nachrichtenverkehr zu garantieren und niemand glaubte, dass es je zu brechen sei.


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| Hauptseite | Autor: Maja Zöllner |