Einführung
Als bekanntes, einfaches Beispiel für die Steganographie könnte folgender Text
(z.B. auf einer Postkarte) dienen:
Da wir die Kenntnis der verwendeten Steganographie Methode haben ist es für uns ein Leichtes,
die verborgene Nachricht zu extrahieren:
- man zählt die Buchstaben incl. Satzzeichen bis zum nächsten Leerzeichen
und setzt für einen ungeraden "Abstand" eine "0" und für einen geraden Abstand eine "1"
- so erhält man folgende "Bitfolge": 010100110100111101010011
- aufgeteilt in drei 8-Bit-lange Zahlen ergibt das in Dezimal: 83, 79 und 83
- im ASCII-Code ergibt das die drei Buchstaben: SOS
Schon aus diesem trivialen Beispiel kann man leicht folgende Erkenntnisse gewinnen:
- Die versteckte Botschaft ist viel kleiner als die offensichtliche Botschaft ("Klartext").
- Eine Unsumme an möglichen Steganographie-Algorithmen ist denkbar.
- Selbst wenn jemand den Verdacht hegt, eine versteckte Botschaft sei vorhanden, könnte er eine große Menge an möglichen Botschaften "entdecken".
Der Ausdruck Steganographie leitet sich aus dem griechischen Wort für
verdeckt (griech. stegano) und für schreiben (griech. graphein) ab.
Es ist grundsätzlich zwischen Kryptographie und Steganographie zu unterscheiden.
Die Methoden der Steganographie zielen darauf ab, die bloße Existenz einer Nachricht zu
verbergen. Um ein Tagebuch zu führen oder um einem Boten zu verwehren, von einer Nachricht
Kenntnis zu nehmen, sind kryptographische Methoden angebracht; um eine Nachricht durch
Gefängnistore zu schmuggeln, steganographische Methoden.
Übersicht: