Technische Steganographie


Die Technische Steganographie verwendet seit jeher den Gebrauch von Geheimtinten. Hierbei wird z.B. Milch oder Zwiebelsaft verwendet, der beim "normalen Lesen" des Schriftstückes unsichtbar bleibt und erst nach Erwärmung (heutzutage geht auch UV - Licht) die versteckte Botschaft offenbart. Etwa aus dem gleichen Zeitalter stammt der Bericht (von Herodot, 490-425 v.Chr. , griech. Geschichtsschreiber) über einen Adeligen, der eine Geheimbotschaft auf den rasierten Kopf eines Sklaven tätowieren ließ und ihn - nachdem das Haar nachgewachsen war - zu seinem Ziel schickte. Nach der erneuten Kopfrasur war die Botschaft "zugänglich". Eine weitere überlieferte Methode war das Verwenden von Wachstafeln, von denen man das Wachs entfernte und in das darunterliegende Holz Botschaften eingravierte, um danach wieder Wachs aufzufüllen. So schienen die Wachstafeln leer oder waren für den Feind uninteressant.

Modernere Anwendungen der Steganographie waren Schnelltelegraphie (engl. spurts: gespeicherte Morsecode-Botschaft mit 20 Zeichen pro Sekunde ) oder der Microdot im Zweiten Weltkrieg (Mikrophotographische Informationsträger die - obwohl so klein wie z.B. ein Punkt über dem Buchstaben "i" - große Mengen an Information beinhalten können).

Durch die rasante Entwicklung der modernen Technik, ist es heutzutage jedermann möglich, Steganographie von zu Hause aus zu betreiben. Die dafür erforderlichen Programme sind im Internet frei verfügbar und in großer Stückzahl vorhanden.

Grundsätzlich sucht man bei der technischen Steganographie am sinnvollsten einen verrauschten Informationträger ("container"). Hiermit ist gemeint, dass in der ganzen Informationsfülle Daten vorhanden sind, die zufälliger bzw. unberechenbarer Herkunft sind. Beispiele: Rauschen in einer Audiodatei, eines Übertragungsmediums (Rauschen auf der "Leitung" bzw. kosmisches Hintergrundrauschen), Rauschen in einem Bild (vgl. Dithering). Man beachte allerdings die Kompression von veränderten Informationsträgern (lossy vs. lossless - verlustreiche und verlustlose). Bei der verlustlosen Komprimierung bleibt die steganographische Information gänzlich erhalten, anders bei der verlustreichen, bei der durch verschiedene Komprimierungsverfahren (JPEG) mit dem Platzgewinn auch die Information verloren geht.


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| Hauptseite | Autor: Robert Breetzmann - Informatik 2000 |