Das Biuro Szyfrów


Aus Angst vor zukünftigen Invasionen wurde Anfang der zwanziger Jahre in Polen das Biuro Szyfrów gegründet. Seine Aufgabe war es, den deutschen und russischen Funkverkehr zu überwachen. Zudem wurden engere Kontakte zu anderen Spionageabteilungen verbündeter Staaten gepflegt. Aufgrund der straffen Führung und der Wertlegung auf kleinste Details, verbuchte man bemerkenswerte Erfolge bei der Entschlüsselung der Funksprüche. Jedoch sei hier bemerkt, dass die bis dato eingesetzten kryptologischen Verfahren keine allzu große Hürde darstellten.

Ab 1926 wurde in Deutschland erstmals die Enigma zum Einsatz gebracht, mit voranschreitener Zeit in stark zunehmender Anzahl. Von da an war der Inhalt des deutschen Funkverkehrs für Polen und die Alliierten verschlossen. Niemand, so schien es, war in der Lage, diese neue und vor allem komplexe Verschlüsselung zu dechiffrieren. Mit den bekannten Methoden war dieser Chiffrierung nicht mehr beizukommen. Sprachwissenschaftler und erfahrene Kryptologen standen vor einem Rätsel. Auch der Kauf einer kommerziellen Version der Enigma brachte keine hilfreichen Erkenntnisse.

Neue Wege mussten also gegangen werden. Polen erhielt nach Kriegsende nicht nur Industrieanlagen und wertvolle Rohstoffe, auf den ehemals deutschen Gebieten befanden sich Universitäten und Schulen. Das Biuro lud sich zwanzig deutsche Mathematiker der Universität zu Posen (Poznán) ein - zusammen nahmen sie an Lehrgängen teil, die dem Entschlüsseln von chiffrierten Texten galten. Drei von ihnen zeigten sich als äußerst talentiert. Marian Rejewski war der Fähigste. Schließlich erhielt er auch den Auftrag, sich dem schier unlösbaren Problem zu widmen - der Enigma. Er begann damit, sich mit den Walzen und deren Verkabelung vertraut zu machen. Natürlich mit dem Blick eines Mathematikers.


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Hauptseite Proseminar | Autor: Maik Rosenow - Informatik 2000