Die Enigma war eine Rotormaschine. Schon 1917 entwickelte der Amerikaner Edward
Herben (1898 1952) eine Maschine zum Verschlüsseln von Texten. Er
nannte sie kabellose Sphinx. Sie arbeitete intern mit mehreren Walzen
und führte eine polyalphabetische Substitution mit mehreren, verschiedenen
Alphabeten durch.
Herben versuchte seine Maschine kommerziell zu vermarkten und bot sie dem Militär
an. Der Grund, weshalb er damit jedoch kläglich scheiterte, ist aber folgender:
Im Amerika der 20er Jahre vertrauten die Menschen einander im Gegensatz
zu heute und hatten nicht das Bedürfnis ihre Nachrichten zu verschlüsseln.
Ein Grund dafür war sicherlich auch Herbert Hoover, damaliger Präsident
der USA, dessen Regierung vor allem die Meinung vertrat: Gentleman lesen
nicht gegenseitig ihre Post.Jedenfalls verkaufte Mr. Herben ganze 12 seiner
Geräte, bevor er mit seiner Firma bankrott ging. Ein amerikanischer Traum
war zu Ende geträumt.
Egal. Ein Jahr später meldete ein deutsche Ingenieur namens Arthur Scherbius
ebenfalls eine Rotormaschine zum Patent an. Er kaufte alle weiteren Patente
diesbezüglich auf, denn auch schon in anderen Ländern (Holland, Schweden)
wurden unabhängig von einander derartige Maschinen entwickelt, die sich
aber kommerziell nie durchsetzten.
Scherbius nannte seine grandiose Erfindung Enigma. Das ist griechisch und bedeutet
"Geheimnis" oder "Rätsel". Und zum Rätsel sollte
sie auch werden, aber dazu später mehr.
Er versuchte nun sie zunächst an Privatleute und Industrie zu verkaufen
und stellte sie deshalb 1923 der Öffentlichkeit vor. Man konnte als Industrieeller
schließlich nie wissen, wer die Briefe an den Geschäftspartner las,
um sich so Vorteile zu verschaffen... oder geheime Briefe an die Geliebte? Jedoch
wollte kaum jemand eine solche Verschlüsselungsmaschine. Zum einen war
die Akzeptanz dafür einfach nicht da, zum anderen war sie nicht gerade billig.
Das Luxusmodell (Scherbius versuchte mehrere Versionen zu verkaufen) kostete
umgerechnet auf heutige Verhältnisse mehr als 25.000 €. Zu viel für
die meisten. Und auch das deutsche Militär war nicht zu überzeugen.
Sie wussten zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass das Zimmermann-Telegramm
abgefangen und folgenschwer entschlüsselt wurde.
Nachdem dann Scherbius 1929 durch einen tragischen Unfall starb (seine Pferde
gingen mit ihm durch), übernahm Willi
Korn die Weiterentwicklung und Verbesserung der Maschine.
Zum Aufbau der Enigma.