Position in der Geschichte und herkömmliche Kryptosysteme


Nach der Bombardierung Pearl Habors Anfang Dezember 1941 erklären die USA am 8.12.1941 Japan den Krieg. Die Kampfhandlungen des sich bis 1945 erstreckenden Pazifikkriegs finden auf den zum Teil weitverstreuten Inseln der Philippinen und Neu Guinea statt.

Um strategische Einsätze planen zu können, war ein sicheres Kryptosystem unabdingbar. Hier fand das von den USA entwickelte Verschlüsselungssystem SIGABA Anwendung. Leider erwies sich dieses Verfahren für den Einsatz an bzw. nahe der Front als nicht sehr praktikabel, da es einen hohen personellen sowie technischen Aufwand bedurfte, um die SIGABA einsetzen zu können.

Folgende Abbildung verdeutlicht den Ver- und Entschlüsselungsvorgang.

Verschlüsselungsvorgang mit SIGABA

Der Klartext wurde zunächst in eine verschlüsselbare Form gebracht (Entfernung von Sonderzeichen, etc.) und wurde an die Verschlüsselungsstelle weitergeleitet, wo sie im SIGABA-System verschlüsselt wurde. Nun erfolgte die Übermittlung der Nachricht über eine Funkstelle zum Empfänger, der ebenfalls eine geeignete Funkzentrale benötigte. Hier wurde der empfangene Code mit Hilfe der SIGABA entschlüsselt und konnte dem Empfänger ausgehändigt werden. Der benötigte Aufwand wird umso verständlicher, wenn man sich klarmacht, dass an jeder dieser Zwischenpositionen (Pfeile in Abbildung) ein oder mehrere Soldaten tätig waren, um das System bedienen bzw. die nötigen Aufgaben auszuführen. Ein über den personellen Aufwand hinausgehender Aspekt war der zeitliche. Eine Nachrichtenübermittlung war in einem engen Zeitfenster kaum präzise durchzuführen.

Ein solcher Aufwand konnte in Kommandozentralen oder Kriegsschiffen in Kauf genommen werden; gänzlich unangebracht erwies er sich jedoch im Gelände, wo binnen Minuten Nachrichten von Soldat zu Soldat zu übermitteln waren. In Abwesenheit einer adäquaten Lösung bedienten sich die im Kampfeinsatz befindlichen Soldaten auf den unwegsamen Inseln einer sehr simplen, jedoch anfangs im Verhältnis dazu effektiven Methode: Man verständigte sich im Klartext (Englisch) mit gewöhnlichen Funkgeräten, benutzte jedoch ein bewusst schlechtes und extrem dialektbehaftetes Englisch, um es den Gegnern (anfangs erfolgreich) zu erschweren, die Nachrichten zu verstehen. Doch da einige der japanischen Soldaten ebenfalls Englisch konnten und teilweise vor dem Krieg auch amerikanische Colleges besucht hatten, bot dieser Ausweg nur kurzzeitig einen gewissen Schutz.


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Hauptseite Proseminar | Autor: Matthias Steinbrecher - Informatik 2000